Psychotherapie und Sexualität


Unser Jahresthema heißt 2021 „Psychotherapie und Sexualität“. „Zwischen psychischer Gesundheit und Sexualität gibt es vielfältige Wechselbeziehungen“, sagt Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). „Sexualisierte Bilder in Medien und Internet können die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen negativ beeinflussen, sexuelle Vorlieben psychisch schwer belasten. Sexualisierte Gewalt ist nach wie vor ein großes gesellschaftliches Problem mit weitreichenden psychischen Folgen.“

Psychotherapie: Umgang mit Tabus

Die „sexuelle Revolution“ der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat zu einer Enttabuisierung sexueller Themen und einer zunehmenden Toleranz und Akzeptanz sexueller Bedürfnisse und sexueller Orientierungen geführt. „Sexualität ist ein wichtiger Teil des Lebens. Doch es ist auch heute noch oft ein Tabu, über Sexualität und damit zusammenhängende Probleme zu sprechen. In einer Psychotherapie ist es eine wichtige Aufgabe, mit diesen Tabus umzugehen“, betont Hentschel.

Internet-Pornografie – der Klick zum Glück

„Pornografie aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn. Entwickelt sich eine Sucht nach dem ständigen ,Kick‘, kann dies den Alltag und das Liebesleben stark beeinträchtigen“, warnt Hentschel. Forscher*innen der Charité fanden heraus, dass Männer mit hohem Pornokonsum mehr Alkohol tranken und stärker depressiv waren. Noch zu selten suchen Menschen wegen derartiger sexuellen Probleme den Weg in die Psychotherapie. „Sexualisierte Bilder und leicht zugängliche Pornografie im Internet, aber auch ,Sexting‘ und ,Sextortion‘ können die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinträchtigen“, so der Bundesvorsitzende Hentschel. Diesen und weiteren Themen der Sexualität wird sich die DPtV in diesem Jahr zuwenden.

DPtV-Symposium

„Sexualität und Geschlechtlichkeit haben viele Facetten und prägen das Leben der Menschen in unterschiedlicher Weise. Diese Vielfalt bildet sich in der psychotherapeutischen Arbeit ab“, eröffnete Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) das Online-Symposium „Psychotherapie und Sexualität: ein Update“. Mit den Themen Intergeschlechtlichkeit, Transgeschlechtlichkeit und Pornografie-Sucht behandelte die Veranstaltung unterschiedliche Aspekte des Themas Sexualität.

Die Vortragsfolien und Videomitschnitte der Veranstaltung finden Sie hier unter www.dptv.de/symposium.

DPtV-Podcast

Sex und Gender in der Psychotherapie

In Großbritannien war es schon 2016 üblich, Identität selbst zu definieren und die gewünschte Anredeform bekanntzugeben. Ein Aha-Moment für den an der Universität Liverpool arbeitenden Diplom-Psychologen Florian Kaiser. Als Psychotherapeut in Ausbildung setzt er sich in der DPtV für Gendergerechtigkeit ein. im DPtV-Podcast erklärt er warum – und worauf wir achten können.